Natürlich Gesund Reiten

Christiane Daniel

Lebenslauf & Philosophie

Ich bin im Jahr 1969 geboren und wollte schon als kleines Kind reiten. Erste Ponyerfahrung hatte ich mit 4 Jahren, später dann als Schulkind Reitunterricht auf Schulpferden und dank meines sehr engagierten Reitlehrers schon erste Turniererfahrungen und-erfolge.

Ab 1988, nach meinem Abitur, absolvierte ich dann eine Ausbildung zur Bereiterin in einem Dressurstall. Zu dieser Zeit bekam ich schon immer die "schwierigen Fälle" und bewies dort bereits ein gutes Händchen für die Sensibelchen. 

Schon damals fragte ich mich allerdings häufig, warum diese Pferde denn wohl so schwierig sind ? Wie kann es sein, dass in den Büchern über die klassische Reitlehre immer die Rede davon war, dass Pferde durch die Ausbildung leichter zu reiten und schöner würden, ich aber fühlte, dass die Pferde durch die Art der Arbeit, die ich bisher kennengelernt hatte, eher schwieriger wurden und auch nicht schöner und zufriedener ? Irgendetwas war falsch. Ich wusste noch nicht genau was. Aber diese Frage ließ mich nicht mehr los...

1991 legte ich dann in Warendorf die Prüfung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten (Bereiter FN) ab. Während der Vorbereitung auf die Prüfung bekam ich zum ersten Mal Kontakt zu einem Chiropraktiker für Pferde. Ich war zunächst skeptisch, stellte aber sehr bald fest, dass manche Ausbildungsschwierigkeiten ihre Ursache in den körperlichen Problemen der Pferde haben. Und mir wurde klar, dass nicht alle körperlichen Probleme nur durch gutes Reiten gelöst werden können. Wie konnte es sonst sein, dass auch Pferde, die ganz korrekt ausgebildet wurden, sich nicht gleichmässig auf beiden Händen bewegten oder Ähnliches...? Diese Pferde konnten aber mit Hilfe abgestimmter Behandlungsmethoden wie z.B. Chiropraktik, in die Lage versetzt werden, die Ausbildung durch den Reiter in gewünschter Weise umzusetzen. Jetzt hatte ich das erste Mal das Gefühl, den Ansatz einer Antwort auf meine Frage, warum Pferde sich nicht in gewünschter Weise entwickeln, gefunden zu haben. Sie können oft gar nicht, weil ihr Körper nicht so funktioniert, wie er es müsste.

Bis zum Jahre 1999, in dem ich meine Prüfung zur Pferdewirtschafts-meisterin erfolgreich ablegte, bildete ich mich bei vielen verschiedenen Ausbildern weiter. Es waren gute und wichtige Jahre des Lernens. Neben der reiterlichen Fortbildung interessierte ich mich sehr für alle Arten von Heilmethoden beim Pferd, weil sich die Erkenntnis, dass die Ausbildungsprobleme der Pferde, neben der häufig schlechten und falschen Einwirkung durch die Reiter, vor allem ihre Ursache in den körperlichen Problemen der Pferde haben, sich bei mir immer mehr festigte.

Wiederum während des Vorbereitungslehrganges auf die Prüfung traf ich in Warendorf erstmalig mit Eckart Meyners zusammen. Sein Denkansatz, dass nicht jeder Sitzfehler nur eine dumme Angewohnheit ist, sondern unter Umständen seine Ursache in körperlichen Problemen des Reiters hat und seine sehr effektiven Übungen, um diese Probleme zu lösen, faszinierten mich sofort und bis heute arbeite ich gern auch in Form von Fortbildungsmaßnahmen mit ihm zusammen. Die Übertragung dieses Denkansatzes auf das Pferd bedeutete die Erkenntnis, dass auch ein Pferd einen Bewegungsablauf nicht“absichtlich“ schlecht ausführt, sondern die Funktionalität seines Körpers dafür ausschlaggebend ist, wie es sich bewegt und wie es eine Lektion ausführt.

Seit 1995 bin ich nunmehr selbständig in der Ausbildung von Pferd und Reiter beschäftigt. In der praktischen Arbeit kristallisierte sich immer mehr heraus, dass das wichtigste Kernstück für die gesunde Ausbildung eines Pferdes die Losgelassenheit ist. Um die zu erreichen, ist das wichtigste Ziel, das Pferd in die Lage zu versetzen, sich in einer korrekten Vorwärts-abwärts Dehnungshaltung natürlich zu bewegen. In dieser Dehnungshaltung wiederum muss die Nase vor die Senkrechte kommen. Meine ganze Arbeit ist auf die Erarbeitung dieser korrekten Losgelassenheit ausgerichtet. Dabei gibt es für mich auch kein Zeitlimit. Das Pferde braucht die Zeit, die es braucht. Jedes Pferd, egal ob alt oder jung. Für die Älteren ist es ein Jungbrunnen. Erst wenn diese Dehnungshaltung und damit auch die Losgelassenheit gefestigt und gesichert ist, geht es weiter in der Ausbildung, wobei die Dehnungshaltung in abgewandelter Form immer erhalten werden muss. Versammlung und Lektionen ergeben sich dabei von selbst. Wie Gustav Steinbrecht bereits im 19 Jhdt. schrieb: „Wenn das Pferd sich natürlich losgelassen bewegt und entsprechend gymnastiziert wird, fallen dem Reiter die Lektionen wie reife Früchte in den Schoß.“

Mittlerweile haben auch Reiter/-innen aus anderen Reitweisen erkannt, wie effektiv, gesundheitsfördernd und pferdefreundlich diese Art der Reiterei ist, so dass ich inzwischen Pferde aus allen Sparten in der Betreuung habe, so z.B Western-, Gang- und Barockpferde.

Mir geht es immer nur darum, das Pferd gesünder zu machen. Alles andere ergibt sich von selbst und die Pferde sind unendlich dankbar. Das ist eine der faszinierendsten Erfahrungen, die ich immer wieder und täglich mit den Pferden mache.

Vielleicht kann ich auch Ihnen und Ihrem Pferd helfen, gesünder, motivierter und zufriedener zu werden ?

 

 

 

 

 

 

 

 

 © 2017 Christiane Daniel